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Softcar: Innovatives Elektroauto aus der Schweiz

Softcar: Innovatives Elektroauto aus der Schweiz
von Stefan Kaufmann 28. Mai 2016 10000 Anzeigen Keine Kommentare

Wir kennen es: Ankündigungen über neue Elektroautos gibt es viele. Nur sehr wenige davon haben es geschafft sich einen Platz auf dem Markt zu erobern. Elektroautos der ertablierten Hersteller haben heute die Nase vorn, die Modelle von Tesla Motors mal ausgenommen. Innovative, oft auch sehr viel nachhaltigere Konzepte schafften es bislang nicht in den Markt einzudringen. Vielleicht kommt jetzt mit dem in der Schweiz entwickelten Softcar etwas Bewegung in den Markt?

Softcar arbeitet an einem leichten und günstigen Elektroauto. Das Auto soll 480kg wiegen und ca. 14'000 Franken kosten. Ein herausragendes Merkmal dürfte sein, dass der Softcar aus nur 1800 Komponenten bestehen soll. Im Vergleich dazu: ein konventionelles Fahrzeug besteht aus bis zu 40'000 Komponenten! Ein weiterer wichtiger Unterschied zur klassischen Auto-Bauweise besteht darin, dass wo immer möglich natürliche, wiederverwertbare Materialien verwendet werden. So besteht die Karosserie des Softcars aus aufgeschäumten Biopolymeren, die aus Randen und Rhizinusöl gewonnen und synthetisiert werden.

Jean-Luc Thuliez, Initiant und Chef der Softcar SA hat vor wenigen Tagen am Start-Up Summit mit seinem Projekt den Cleantech-Final gewonnen. Das Unternehmen hat grosse Pläne wie in einem Interview hier nachzulesen ist. Vor allem steht auch der chinesische Markt im Fokus. Dort ist der Leidensdruck bezüglich Luftqualität ja bekanntlich besonders hoch. Auch mit Firmen wie Uber, Tesla und Apple sei man in Kontakt. Vielleicht fährt der Softcar ja auch schon bald autonom?

Von der geringen Anzahl Komponenten dürfte auch der Produktionsprozess profitieren. Es bietet sich daher an das Auto dezentral zu bauen, komplexe und grosse Produktionsstrassen entfallen.

Es wäre toll wenn dieses Elektroauto wirklich den Durchbruch schaffen würde, auch in der Schweiz. Kommerziell sehe ich jedoch bessere Chancen in Ländern wo der Leidensdruck noch etwas höher als hier bei uns. Ein Softcar wäre jedoch auch hier eine sinnvolle Alternative denn er würde den ökologischen Fussabdruck der aktuell angebotenen Elektroautos nochmals stark reduzieren. Die Tatsache dass aktuelle Elektroautos im direkten Vergleich mit herkömmlichen Verbrennern unter dem Strich einen kleineren ökologischen Fussabdruck hinterlassen wird oft torpediert. Herangenommen werden Punkte wie höheres Gewicht, höherer Energieaufwand bei der Produktion, Stromherkunft, Dimensionierung usw. Obwohl die Kritik Gegenargumenten oft nicht standhält,so sollte diese Ansporn sein um die ökologischen Vorteile von Elektroautos weiter auszubauen. Speziell bei einigen grossen Herstellern besteht hier noch deutliches Verbesserungspotenzial. Softcar geht hier den richtigen Weg und ich wünsche gutes Gelingen!

Webseite: Softcar


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