Langstrecken, Ladeplanung, Reisen

Egal ob Benziner/Diesel oder Elektroauto, eine längere Reise will etwas geplant sein. Damit erspart man sich Stress und unliebsame Überraschungen. Eine gut geplante Route sowie angenehme Stops & Pausen können eine Fahrt zu einem schönen Erlebnis werden lassen. Wichtig beim Elektroauto: Eine funktionierende Ladeinfrastruktur.

Bei längeren Etappen ist vor allem der Zeitfaktor entscheidend. Niemand möchte spät Abends völlig erschöpft das Ziel oder z.B. ein Hotel erreichen. Plane deshalb bei deinen ersten längeren Fahrten genügend Zeit ein. Je mehr Ladestopps du machen musst, umso grösser sollte die zeitliche Reserve sein. Neben der reinen Fahrzeit und der Ladezeit sind auch noch Reserven für das Anfahren der Ladestation einzurechnen. Fahrzeuge mit grossen Batterien (> 50kW) haben es diesbezüglich viel einfacher, denn durch die Reichweite sind weniger Ladestopps nötig. Und neigt sich die Kapazität langsam dem Ende (z.B. 30%) zu, sucht man sich einfach eine an der Strecke liegende schnelle und freie Lademöglichkeit aus. Mit der verbleibenden Reichweite auch kaum ein Problem.

Am einfachsten geht es, wenn du dir die geplanten Ladestopps vor Abfahrt herausschreibst. Für jeden Stopp am besten auch gleich mit einer Alternative. Achte darauf, dass der Ladestopp eine genaue Adresse mit Hausnummer angibt, denn nur so lässt sich die Ladesäule zielgenau mit dem Navi ansteuern. Es sei denn, der Ladestopp befindet sich auf einem Autobahnrastplatz. Am einfachsten geht das Planen mit einem Ladeverzeichnis wie dem von lemnet.org, goingelectric.de oder chargemap.com. Die Ladeverzeichnisse geben in der Regel auch an, mit welchen RFID-Ladekarten die Säule freigeschaltet werden kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Verfügbarkeit auch noch auf der Ladekarte des Anbieters (EMP) nachprüfen.

Die Ladezeit lässt sich verkürzen indem die Batterie an einem Schnelllader jeweils nur auf 80% geladen wird. Es ist deshalb zeitlich effizienter, einmal mehr zu laden anstatt abzuwarten bis die Batterie zu 100% vollgeladen ist.

RFID-Ladekarten und Kartenmaterial

Mit 2-3 RFID-Ladekarten sowie den dazugehörenden Apps kannst du heute schon fast überall flächendeckend laden. Aktuelles Navi-Kartenmaterial ist hilfreich, Irrfahrten lassen sich so minimieren.

Für längere Reisen sind vor allem Ladekarten der grösseren E-Mobility Provider hilfreich. Dank E-Roaming erschliessen sich damit auch Ladesäulen kleinerer Netzanbieter. Plugsurfing, New Motion und Einfach Strom Laden (Maingau Energie) sind z.B. Anbieter die vor allem länderübergreifend aktiv sind. (Siehe auch Ladeinfrastruktur Test 2018)

Mit dem Elektroauto ins Ausland

Kennt man die Tipps und Tricks der allgemeinen Reiseplanung so ist auch eine Fahrt ins Ausland problemlos möglich. Je nach Land gibt es lokale Anbieter, die ihr Ladenetz jedoch noch nicht europaweit per e-Roaming freigegeben haben. Im D-A-CH Raum stellt dies kaum mehr ein Problem dar. In Frankreich oder Italien ist man jedoch weiterhin gut beraten, eine RFID Karte mitzuführen, die dortige Netze gut abdeckt. In Frankreich empfiehlt sich z.B. die Karte von chargemap.com. Dieser Anbieter ist auch gleichzeitig ein gutes Ladeverzeichnis. In Italien kommt man mit einem Zugang von Enel oder Duferco Energia gut zurecht.

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